Lebendes Futter an unsere Fische zu verfüttern war die Grundlage für die Aquaristik überhaupt. Kunstfutter in der heute bekannten Form war den Pionieren unseres Hobbys gänzlich unbekannt.

Allerdings gab es schon bald Aquarianer, die sich mit der Herstellung von Kunstfutter beschäftigt haben: Nahrungsbrei aus Futtertieren und verschiedenen Nährstoffen wurde dünn auf Glasscheiben aufgetragen und getrocknet, fertig war das erste Flockenfutter. Die Entwicklung des industriell gefertigten Kunstfutters war dann sicherlich ein großer Schritt in die Richtung, Zierfischhaltung zu vereinfachen und damit zum Hobby für jedermann zu machen.

Der Aquarianer aber, der seinen Fischen optimale Pflege angedeihen lasssen will, kommt auch heute noch nicht um die Verwendung von Lebendfutter herum, wenn auch die Futtermittelindustrie gerne das Gegenteil behauptet (aus ihrer Sicht natürlich verständlich). Die Vorteile des Lebendfutters überwiegen eventuelle Gefahren (Einschleppen von Schmarotzern oder Krankheitserregern) bei weitem. Bei eigenen Futterzuchten sind diese Gefahren sogar völlig auszuschließen. Außerdem sind Zuchterfolge bei vielen Fischarten nur durch abwechslungsreiche Fütterung mit Lebendfutter zu erreichen. Noch zu erwähnen ist, daß man viele der unten aufgeführten Futtertiere auch als Frostfutter erwerben kann. Das ist sicherlich keine schlechte Alternative. Dennoch sind die Nährstoffe und Vitamine bei lebenden Futtertieren wohl in besserer Qualität vorhanden, ganz abgesehen davon, daß man den Fischen auch mal den "Kick" gönnen sollte, richtig Jagd auf ihr Futter zu machen.

Aus diesem Grund möchte ich Euch nachfolgend einen Überblick (der allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt) darüber geben, was man seinen Pfleglingen so alles bieten kann. Dabei stellt sich allerdings noch die Frage, woher bekommen wir eigentlich lebendes Futter? Dazu gibt es drei Möglichleiten:

 

1. Kauf: in vielen Zoohandlungen wird auch lebendes Futter, meist Mückenlarven, Wasserflöhe und Tubifex, angeboten. Allerdings gibt es diese Futtertiere leider kaum noch "offen" wie früher, sondern bereits abgepackt in kleinen Plastiktüten. Dabei steht der Preis oftmals in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zur gebotenen Menge. Wenn ich zurückdenke, welche Menge Tubifex ich noch im Jahr 2000 für 2 € bei meinem Zoohändler bekam, dann kosten die abgepackten Minitüten, die er jetzt verkauft, ungefähr 20 mal so viel!

 

2. Fang: viele Futtertiere kann man selbst fangen. Dabei lassen sich vor allem Kleinkrebse und Insektenlarven erbeuten.

 

Futterfang an einem Tümpel. Hier gibt's vor allem Cyclops, Wasserflöhe und Weiße Mückenlarven

Die Beute einiger Kescherzüge

 

 

3. Zucht: die sicherste Methode, um Qualitativ hochwertiges Futter zu erhalten, ist die Zucht dieser Tiere. Dabei umgeht man auch die Gefahr, Schmarotzer und Krankheitserreger einzuschleppen.

 

 

auf den folgenden Seiten gehe ich näher auf die verschiedenen Futtertiere ein:

 

 

 

 

 

zum Thema Futtertiere finden sich auch im Journal der DKG Artikel von mir:

 

Kurzanleitungen für Futtertierzuchten

 

DKG-Journal 24 (7): 110 -111, 1992

Futtertiere für Killifische - Teil 1: Infusorien und Schlauchwürmer

 

DKG-Journal 29 (3): 54 - 57, 1997

Futtertiere für Killifische - Teil 2: Würmer und Weichtiere

 

DKG-Journal 29 (4): 89 - 92, 1997

Futtertiere für Killifische - Teil 3: Krebstiere

 

DKG-Journal 29 (5): 120 - 124, 1997

Futtertiere für Killifische - Teil 4: Insekten

 

DKG-Journal 29 (6): 141 - 148, 1997

 

 

 

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