Das bekannteste Fischfuttertier überhaupt ist wohl der Wasserfloh.

Den Namen verdanken die Tiere ihrer Fortbewegungsweise, die so aussieht, als würden sie wie Flöhe durchs Wasser hüpfen. Insider wissen aber natürlich, daß diese Tiere mit Flöhen nichts gemein haben: während es sich bei Flöhen um Insekten handelt, gehören die Wasserflöhe zu den Kleinkrebsen, genauer gesagt zur Unterklasse der Blattfußkrebse (Phyllopoda).

In unseren Gewässern finden wir zahlreiche Arten von Wasserflöhen. Neben der wohl bekanntesten Art Daphnia pulex z.B. noch D. magna, D. longispina, D. cucullata sowie die Angehörigen der Gattung Bosmina.

Die Wasserflöhe besitzen je nach Art 4 - 6 Paar Beine, die zu einem Filterapparat umgebildet sind, mit dem Algen, Infusorien und Bakterien etc. aufgenommen werden. Die Fortbewegung erfolgt durch ein kräftig entwickeltes Fühlerpaar mit Haarborsten an den Enden. Am Kopf befindet sich ein Stirnauge. Der Körper der Wasserflöhe ist von harten Schalen umschlossen, die durchsichtig sind und dadurch auch einen Blick auf das Innere der Tiere ermöglicht.

 

Wasserfloh

 

Die Fortpflanzung der Tiere ist etwas außergewöhnlich. Normalerweise bewohnen die Wasserflöhe Seen, Teiche und Tümpel, wobei der Bestand der Tiere im Winter stark oder vollständig zurückgeht. Vorher werden noch Dauereier abgelegt, die lange Zeit Kälte und Trockenheit überstehen können. Durch diese Eier erfolgt auch die Verbreitung der Tiere: sie werden z.B. von Wasservögeln in ihrem Gefieder zum nächsten See getragen oder bei Trockenheit auch einfach mit dem Wind verweht. Aus diesen Eiern schlüpfen ganz normal männliche und weibliche Tiere.

Um das im Frühjahr und Sommer reichliche Nahrungsangebot durch massenhaft auftretende Algen verwerten zu können, gibt es bei den Wasserflöhen aber auch noch eine besondere Art der Fortpflanzung: Jungfernzeugung. Hierbei entwickeln sich ohne zutun der Männchen aus unbefruchteten Eizellen Jungtiere. Diese Eier werden vom Weibchen in speziellen Taschen gelagert, bis die Jungtiere geschlüpft sind. Dadurch entsteht der Eindruck, Wasserflöhe wären lebendgebährend. Aus diesen durch Jungfernzeugung entwickelten Eier entstehen übrigens nur Weibchen.

Der Nährwert der Wasserflöhe ist nicht sonderlich hoch. Dennoch sind sie ein wichtiger Ernährungsbestandteil, denn durch die harten Schalen werden verdauungsfördernde Ballaststoffe zugeführt.

Wasserflöhe wird man meist selbst fangen, die Zucht ist nicht sonderlich verbreitet, da sie auch etwas zeitaufwendig ist. Ab und zu wird von Aquarianern aber der Japanische Wasserfloh (Moina macrocopa) gezüchtet, der angeblich nicht so anspruchsvoll sein soll.

 

 

Auf den Salinenkrebs (Artemia salina) möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da dieser Kiemenfußkrebs (Anostraca) bereits auf der Seite Aufzuchtfutter behandelt wird.

Es gibt allerdings auch in Europa Kiemenfußkrebse, wie z.B. Angehörige der Gattungen Brachipodus, Chirocephalus und Siphonophanes. Diese Arten kommen im Süßwasser vor. Salzhaltigere Gewässer bevorzugen die Kiemenfüßer der Gattung Branchinecta.

Allerdings sind diese Arten in Europa schon sehr selten geworden und stehen in vielen Ländern unter Naturschutz.

 

 

Eine häufige Beute unserer Tümpeltouren sind dagegen die Ruderfußkrebse (Copepoda).

 

Ruderfu▀krebs - Cyclops

 

Meist handelt es sich um Arten der Gattungen Diaptomus und Cyclops. Der Aquarianer nennt sie auch Hüpferlinge. Die Weibchen tragen ihren zukünftigen Nachwuchs in Form von Eisäckchen mit sich herum, was auf obigem Bild gut zu erkennen ist.

Sie bewohnen ungefähr die selben Lebensräume wie die Wasserflöhe, treten allerdings meist schon früher im Jahr (ab Februar/März) in größeren Mengen auf. Wie die Wasserflöhe sind auch die Hüpferlinge hartschalige und ballaststoffreiche Futtertiere.

Die frischgeschlüpften Nauplien sind ein gutes Aufzuchtfutter für etwas größere Jungfische. Bei sehr kleinen Jungfischen sollte man vorsichtig sein: nicht gefressene Nauplien wachsen eventuell schneller als die Jungfische. Da diese Kleinkrebse zum Teil auch räuberisch leben, besteht dann die Gefahr, daß die Hüpferlinge die Jungfische anfallen.

 

 

Zu den höheren Krebsen gehören die Asseln. Nur wenige Arten leben an Land, wie unsere heimische Kellerassel.

Die meisten Arten kommen weltweit in Süß- und Seewasser vor. Für die Aquaristik eventuell interessant ist die einheimische Wasserassel (Asellus aquaticus), die Seen, Teiche und Tümpel bevölkert und sich vegetarisch ernährt.

Allerdings lebt sie meist versteckt unter Steinen und Holzstücken, sodaß der Fang in lohnender Menge kaum möglich ist. Außerdem sind es sehr hartschalige Futtertiere, die nur von großen, kräftigen Fischen gerne gefressen werden.

Achtung: Wasserasseln und Flohkrebse können Träger von Fischschmarotzern sein!

Wasserassel - Asellus aquaticus

 

 

Gammarus fossarum

Ebenfalls zu den höheren Krebsen gehören die Flohkrebse, die meist fließende Gewässer bewohen. Die Gattung Gammarus beinhaltet einige einheimische Arten: neben dem bekannten Bachflohkrebs (Gammarus pulex) auch noch Gammarus roeseli und Gammarus fossarum.

Auch die Flohkrebse leben meist versteckt unter Steinen und Holzstücken, man findet sie aber auch manchmal in dichten Wasserpflanzenbeständen. Dort kommen sie dann mitunter auch in großer Menge vor. Sie ernähren sich meist vegetarisch, gehen bei Nahrungsmangel aber auch zu räuberischer Lebensweise über.

Wie bei den Wasserasseln müssen auch ihre Freßfeind erst mal den kräftigen Panzer der Tiere knacken, weshalb sie von vielen Zierfischarten eigenlich nicht so gerne genommen werden.

 

In Form von Frostfutter aus dem Handel kann man auch noch Krill, Mysis etc. verfüttern.

 

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