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Etliche Futtertiere kann man auch zu Hause züchten. Solche Futtertierzuchten haben den großen Vorteil, daß man vor allem einwandfreies Futter zur Verfügung hat, d. h. Futtertiere, die nicht mit irgendwelchen Schadstoffen belastet sind oder irgendwelche Krankheiten auf unsere Fische übertragen können. Natürlich machen solche Zuchtansätze, wenn sie funktionieren sollen, auch etwas Arbeit. Geruchsbelästigungen sind nur in Ausnahmefällen "unvermeidbar", sondern weisen vielmehr oftmals auf mangelnde Pflege der Zuchtansätze hin! |
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Nachfolgend gebe ich eine Übersicht über verschiedene Futterzuchten, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Außerdem muß ich zugeben, daß ich nicht alle Futtertiere, die nachfolgend aufgezählt werden, auch schon selbst gezüchtet habe. Vielmehr ist diese Aufzählung eine Mischung aus gesammelten Literaturangaben und eigenen Erfahrungen. |
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Als Ergänzung zu den nachstehenden Ausführungen möchte ich außerdem den Besuch der Webseite von Klaus Tegelhütter empfehlen, der ein "alter Hase" auf dem Gebiet der Futtertierzuchten ist und sein umfangreiches Wissen auf seiner Homepage sehr verständlich und übersichtlich weitergibt. |
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In den Infusorienzuchtansätzen findet man einzellige Wimpertierchen (Ciliaten), neben Trompeten- und Glockentierchen etc vor allem Pantoffeltierchen. |
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In der Literatur gibt es verschiedene Anleitungen, um zu einem gut laufenden Ansatz zu kommen: neben dem altbekannten Heuaufguß mit Tümpelwasser gibt es noch die Empfehlung, 2-3 Chrysanthemen in eine Flasche mit frischem Wasser zu stellen, wodurch sich nach etwa einer Woche eine Infusorienkultur bilden soll. Eine weitere Möglichkeit bildet die Verwendung von getrockneten Kohlrübenstückchen, die in ein Gefäß mit Tümpelwasser gegeben werden. Am einfachsten ist es aber natürlich, wenn man von einem anderen Aquarianer einen bereits funktionierenden Pantoffeltieransatz bekommen kann. |
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Meist werden als Zuchtbehälter Glasflaschen mit ca 1 Liter Inhalt verwendet. Gefüttert werden die Zuchtansätze vornehmlich mit Milch. Sie darf aber nur in den sehr kleinen Mengen verfüttert werden (tropfenweise!). Gefüttert wird immer dann, wenn das Wasser wieder klar geworden ist. Zum Verfüttern gibt man einen Teil der Zuchtlösung in ein Glasröhrchen (z.B. Reagenzglas) oder ein kleines Glasgefäß mit engem Hals. In den Hals schiebt man einen Wattepfropfen soweit hinein, daß das Wasser etwa 1 cm über dem Wattepfropfen steht. Die Infusorien wandern dann durch die Watte hindurch in das überstehende Wasser, das man leicht mit einer Pipette entnehmen kann. Da Infusorien meist helles Licht und sauerstoffreicheres Wasser bevorzugen, kann man diese Wanderung beschleunigen, wenn man den unteren Teil des Gefäßes abdunkelt (bemalen oder bekleben mit Papier) und das Wasser über der Watte durch frisches (sauerstoffreicheres) ersetzt. |
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Im Hobby sind auch Zuchtansätze des sogenannten Japanischen Pantoffeltierchens verbreitet. |
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Zudem gibt es im Zoofachhandel Granulate, aus denen sich Infusorienkulturen entwickeln sollen. Mit diesen hatte ich bisher allerdings immer wenig Erfolg: das Ergebnis war immer eine stinkende Brühe. Sie enthielt meist eine große Menge an Bakterien und nur wenige Wimpertierchen. |
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Essigälchen (Turbatrix aceti) |
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Als Zuchtbehälter verwendet man Plastikdosen mit 1 - 2 Liter Inhalt. Für den Bodengrund gibt es verschiedene Vorschläge. Meist wird ein Gemisch aus Walderde, Torf und Kaffeesatz empfohlen. Ich habe die Würmer früher auf Schaumstoff gehalten, bin aber vor vielen Jahren dazu übergangen, die Würmer auf reinem Torf zu züchten. Der Torf sollte vor der Verwendung aber gut abgekocht werden, damit er nicht mehr zu viel Huminsäuren abgibt, worauf die Würmer wohl etwas empfindlich reagieren. Ein kleiner Rest von Säuren schadet aber nichts und hält wohl auch die Bakterienkulturen etwas in Zaum, die sich sonst bei mangelnder Pflege leicht durch einen unangenehmen Geruch bemerkbar machen. Gefüttert wird bei mir mit Haferschleim, den ich trocken auf den Ansatz streue. Manche Autoren empfehlen auch Obst- und Gemüseabfälle. Dabei muß man aber sparsam umgehen, zu reichlich gegebenes Futter kann leicht verschimmeln. Ab und zu wird der Ansatz mit Wasser besprüht, er sollte immer etwas feucht (aber nicht nass) sein. Ein Problem bei feinem Boden kann sein, daß er sich verdichtet und die Würmer nicht mehr richtig in den Boden eindringen können. Ich habe daher zeitweise klein gemahlene Styroporstückchen unter den Torf gemischt, was aber nicht allzuviel gebracht hat. Am besten ist wohl, den Bodengrund von Zeit zu Zeit mit einem Löffel oder ähnlichem etwas "umzugraben". Da die Grindalwürmer aus tropischen Regionen stammen, muß man sie bei Raumtemperatur halten. Wird's zu kühl, stellen sie die Vermehrung ein. Auf den Zuchtansatz legt man am Besten eine Glasscheibe. Unter dieser sammeln sich die Würmer und können leicht entnommen werden. Abgedeckt wird der Zuchtansatz mit einem dichtschließenden Deckel, um Eindringlinge wie Milben oder Fruchtfliegen abzuhalten. Dennoch muß für eine ausreichende Belüftung des Ansatzes gesorgt werden. Ich schneide dazu größere Löcher in den Deckel, auf die dann feines Gewebe geklebt wird. |
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Schaumstoffansätze lassen sich zum Säubern leicht in Wasser ausdrücken. Gibt man das Spülwasser über ein feines Sieb (z.B. Artemia-Sieb), kann man die herausgewaschenen Würmer wieder auffangen. Ansätze aus Torf rühre ich in einem Eimer lauwarmen Wasser auf und gieße das Ganze über ein feines Netz (Müllergaze), um den Torf wieder aufzufangen. Das kann bei Bedarf auch mehrmals wiederholt werden und die Würmer überleben das auch anstandslos. Diese etwas aufwendigere Prozedur ist aber aufgrund der Eigenschaften des Torfes sehr viel seltener nötig als das Säubern bei Schaumstoffansätzen. |
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Empfohlen wird auch des öfteren ein Ansatz von Grindalwürmern auf Seramis. Dieses Pflanzgranulat ist auch nach meinen Erfahrungen sehr gut geeignet. |
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Nahe Verwandte der Grindalwürmer sind die einheimischen Enchytraen (Enchytraeus albus). Diese Wurmart wird deutlich größer als die Grindalwürmer und sie sind deshalb kräftigeres Futter für etwas größere Fische. Als einheimische Art mögen sie es nicht so warm wie die Grindalwürmer, ihre Zucht gelingt bestens bei Temperaturen um etwa 15 - 20 °, sie ist somit meist auch im Keller möglich. Gegen höhere Temperaturen sind die Würmer etwas empfindlich. Aufgrund ihrer Größe empfehlen sich größere Zuchtbehälter wie z.B. Styroporkisten oder Plastikeimer. Als Bodengrund wird ein Gemisch aus Walderde und Torf empfohlen. Gefüttert wird mit Haferflockenbrei, Kartoffeln etc. |
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